Crowdfunding in der Gastronomie

Thema Finanzierung von Restaurantkonzepten:

Crowdfunding in der Gastronomie

Foodstart.com hat sich zum Ziel gesetzt, die Finanzierung von Restaurantkonzepten mit Hilfe von Crowdfunding zu organisieren. Noch steckt die Idee in den Kinderschuhen, aber sie hat Charme. Der Bedarf ist jedenfalls da, auch da, wo man ihn zunächst nicht vermutet, wie ein Beispiel aus Oberammergau zeigt…

Die Gastronomie ist chronisch unterfinanziert
Die Klagen über den Kapitalmangel in der Gastronomie sind endemisch. Die immer restriktiver gehandhabten Kriterien bei der Kreditvergabe treffen eine Branche, die sich durch ständige Investitionen bei hohen laufenden Kosten auszeichnet, ins Mark. Die Banken geben schlicht kein Geld, um neue Konzepte zu finanzieren. Und nur mit neuen oder immer wieder runderneuerten Angeboten lässt sich Gastronomie erfolgreich betreiben. Dabei kann man in der Gastronomie durchaus Geld verdienen, wenn das Konzept stimmig ist: vom Angebot, über den Service bis hin zum Marketing – wenn alles solide duchkalkuliert und aus einem Guss ist, ist in der Branche immer noch einiges möglich. Warum also nicht private Geldgeber für ein Konzept begeistern und die Geldmittel von vielen Minifinanciers direkt aktivieren?

Crowdfunding: viele geben wenig
Diese Methode der Finanzierung gibt es noch nicht lange und sie hat sich mit den Mitteln des Internet erst richtig entwickelt. Ja, das Web hat sie überhaupt erst ermöglicht. Das Stichwort heißt: Crowdfunding. Viele Interessenten, die vom Konzept der Geschäftsidee überzeugt sind, legen organisiert zusammen. Wenn sich genug beteiligen, also die angestrebte Summer erreicht ist, wird das Projekt umgesetzt. Das funktioniert in beschränktem Rahmen durchaus, wie der Erfolg der Plattform Kickstarter und seiner Epigonen zeigt.

Crowdfunding für die Gastronomie
Die us-amerikanische Crowdfunding-Plattform Foodstart bietet nun exakt diese Finanzierungsmöglichkeit für Restaurant-Konzepte an. Man muss allerdings zugeben: so richtig durch die Decke gegangen ist das bisher dort nicht. Zwar haben einige Start-Up-Unternehmer ein paar Projekte veröffentlicht und werben um Unterstützung. Die maximale Beteiligungsquote, die ich gefunden habe, lag bei 11 Prozent. Noch waren aber 37 Tage Zeit, um auf 100% zu kommen – in dem Fall 10.000 USD. Keine große Summe, aber für den Anfang ja nicht schlecht.

Oberammergau: Ein Dorf will seine Gaststätte wiederhaben
Noch finden sich auf der Plattform nur US-Projekte, aber das könnte sich schnell ändern. Dass Bedarf besteht, eine gastronomische Einrichtung vor Ort einzurichten, zu erhalten oder wiederzueröffnen, zeigt das Beispiel des Dorfes Altenau. Der 600-Seelen-Ort in Oberammergau trauert seiner verwaisten Dorf-Gaststätte hinterher, wie der Merkur berichtet.

Inzwischen ist ein achtköpfiges Projektteam von Dorfbewohnern daran gegangen, die alte Gaststätte zu erwerben, zu sanieren und in Eigenregie zu betreiben. Fast 550.000 Euro will man bei interessierten Bürgern mit Hilfe einer Genossenschaft einsammeln. Das Ganze klingt gewagt, aber wie der Merkur berichtet, scheint die Idee zu zünden. Das Dorf will seinen sozialen Mittelpunkt in Form der Dorfgaststätte unter allen Umständen wiederhaben.

Vielleicht könnten auch solche Ideen mit Hilfe einer auf die Gastronomie spezialisierten Crowdfunding-Plattform entwickelt und aufs Gleis gesetzt werden.

Autor Dirk Baranek für restaurant-kritik.de

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Ein Gedanke zu „Crowdfunding in der Gastronomie

  1. Katrin

    Crowdfunding wird mittlerweile in sehr vielen Bereichen genutzt und dies auch erfolgreich. Mit der richtigen Idee kann man einiges erreichen. Allerdings steckt in jedem einzelnen Projekt sehr viel Arbeit, das sollte jedem klar sein.

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