„Frei von“ wird zum Trend und „Unverträgliche“ profitieren davon!

Gastbeitrag von Sabine Jossé, mein-allergie-portal.com

mein Allergie PortalFrüher hatte man es mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Deutschland schwer, verträgliche Produkte zu kaufen, geschweige denn, Essen zu gehen. Das ändert sich zunehmend, denn „frei von“ wird zum Trend, ganz unabhängig davon, ob aus gesundheitlichen oder aus Lifestyle-Gründen.

„frei von“ als Marketingtool

Zum einen nutzt die Lebensmittelindustrie „frei von“ Gluten, Laktose, Zusatzstoffen etc. zunehmend als Marketingtool. In der Lebensmittelproduktion wächst der Anteil von „frei von“-Produkten schon seit einigen Jahren und große Handelsunternehmen bieten sogar eigene „frei von“ Produktlinien an.

Gastgewerbe setzt auf bewusstere Ernährung

Auch im Gastgewerbe verstärkt sich der Trend zu bewusster Ernährung. In der aktuellen „DEHOGA – Konjunkturumfrage Herbst 2015“ sieht man bei „Aktuelle Marktentwicklungen und Wachstumstrends für die Gastronomie“ einen Trend zu „Produkten, die gut für Körper und Geist sind“, „bewusster Ernährung“ und „manuell hergestellten, frischen Speisen“. Es besteht also ein hohes Interesse an frischen Gastronomieangeboten, die ohne Convenience Produkte auskommen, eine Entwicklung, die Menschen mit Unverträglichkeiten sehr entgegen kommt. Das kann auch im Restaurantmarketing genutzt werden. Auch auf MeinAllergiePortal haben sich die „frei von“-Themen zu den am stärksten nachgefragten Seiten entwickelt.

 

 

Messen greifen den Trend auf

Verstärkt wird der Trend zu „frei von“-Lebensmitteln aber auch durch neue, innovative Messekonzepte, wie die „Allergy & Free From Show“ und die „Veggie und frei von“, deren Medienpartner wir sind. Seit letztem Jahr sorgen sie in der Nahrungsmittelunverträglichkeiten-Szene für Furore. Die Veranstaltungen wenden sich direkt an den Endverbraucher und bündeln Hersteller von „frei von“-Produkten aus dem In- und Ausland in jeweils dreitägigen Veranstaltungen. Bei der diesjährigen Allergy & free from Show werden außerdem erstmal die „Free From Food Awards“ verliehen, die das Thema „frei von“ noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken sollen.

Es gibt auch Kritik an „frei von“

Den Trend zu „frei von“ sehen nicht alle positiv. Verbraucherschutzorganisationen kritisieren zu recht, dass gerade bei glutenfreien oder laktosefreien Produkten beim Verbraucher schnell der Eindruck entsteht, sie seien generell „gesünder“. Manche Hersteller übertreiben es auch mit dem „frei von“-Label, indem sie auch natürlicherweise glutenfreie oder laktosefreie Produkte als solche kennzeichnen. Letztendlich sollte man neben dem „frei von“-Aspekt auch prüfen, was denn nun tatsächlich drin ist im jeweiligen Lebensmittel.

Auch die Gastronomie sieht den zunehmenden Wunsch der Gäste nach „frei von“-Gerichten oft skeptisch. Immer wieder wird, wie jüngst in der Sonntagsausgabe der SZ mit „Glutenfrei, laktosefrei, vegan – nichts kleines Rundes?“ ein Phänomen beschrieben, mit dem sich in letzter Zeit anscheinend viele Gastronomen konfrontiert sehen und das die Presse in schöner Regelmäßigkeit aufgreift. Es geht um Gäste, die dem Service zunächst lange Listen unverträglicher Lebensmittel vorlegen und damit die gesamte Küchencrew zum Rotieren bringt, um dann irgendwann im Verlauf der Mahlzeit bei den angeblich nicht verträglichen Lebensmitteln hemmungslos zuzuschlagen. Das ärgert viele Wirte zu Recht!

Datenbank listet allergikerfreundliche Restaurants und Hotels

Das Interesse der tatsächlichen Betroffenen am Thema „frei von“ ist jedoch groß. Beiträge zu „frei von“-Nahrungsmitteln und die über 1000 Restaurants und Hotels mit „frei von“-Angeboten in unserer Datenbank werden stark frequentiert. Und bei aller Kritik ist ein Aspekt dieser Entwicklung eindeutig positiv – das Angebot für Allergiker und „Intolerante“ wird vielfältiger und das war lange überfällig!


 

Sabine Jossé von MeinAllergiePortalSabine Jossé, Gründerin von MeinAllergiePortal, der Plattform für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten

MeinAllergiePortal konnte in 2015 sein Ziel erreichen und über 1 Million Besucher auf dem Portal begrüßen, darunter auch viele Mediziner und Ernährungstherapeuten. Aktuell stehen den Lesern mehr als 700 Beiträge zur Verfügung.

Zudem freut sich das Portal über den Health Media Award 2015 in der „Kategorie Patienteninformationskampagne national (Web-Portal)“ und die Berufung in den Top 100 Club der 100 besten Kommunikatoren der Healthcare Branche.

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